"Zugang für alle!" - Frauennotruf erleichtert den Weg zu Beratung und Unterstützung durch neues Informationsmaterial


Der Frauennotruf – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und Mädchen
unterstützt den internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 03.
Dezember mit dem Start des Projekts "Zugang für alle!", dessen Ziel es ist, die
Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung zu
verbessern und Barrieren abzubauen.

Die weltweit erste repräsentative Studie zur „Lebenssituation und Belastungen von
Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ belegt die sehr
hohe Betroffenheit von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen von sexueller,
physischer, psychischer und struktureller Gewalt. So erfahren fast 50% der Frauen
mit Behinderung sexuelle Gewalt in ihrer Kindheit, Jugend oder im
Erwachsenenalter. Besonders häufig von Gewalt betroffen sind u.a. Frauen, die in
Einrichtungen der Behindertenhilfe leben.

Doch leider nehmen gewaltbetroffene Frauen und Mädchen mit Behinderung die
ambulanten Angebote der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe zu selten in
Anspruch. „Häufig sind betroffene Frauen und Mädchen noch nicht einmal
angemessen über das bestehende Hilfeangebot informiert. Daran muss sich endlich
etwas ändern!“ fordert Regina Mayer, Mitarbeiterin des Frauennotrufs.

In einem ersten Schritt wurden daher Informationsmaterialien angeschafft, die
Fragen wie „Was ist alles Gewalt?“, „Wie kann ich mich wehren? und „Wo kann ich
Hilfe und Unterstützung erhalten?“ in leichter Sprache und Alltagssprache behandeln.
Die Materialien werden u.a. an die Wohlfahrtsverbände, die Stadtverwaltung und an
Ärzte und Ärztinnen verschickt, mit der Bitte, sie öffentlich zugänglich zu machen.
Außerdem können Flyer und Plakate selbstverständlich auch direkt beim
Frauennotruf bezogen werden. „Wichtig wird es auch sein, Kooperationsstrukturen
aufzubauen, die gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderungen den Zugang zu
Hilfeeinrichtungen erleichtert, erklärt die Mitarbeiterin.

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert neben dem Schutz vor Gewalt auch die
volle Teilhabe und den gleichberechtigten Zugang behinderter Menschen. „Dieser
Anspruch kann allerdings nur dann erfüllt werden, wenn endlich auch die
Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe dauerhaft finanziell abgesichert sind!“
betont Petra Christina Schmitt, Vorstandsfrau des Trägervereins. Umso erfreulicher
ist es, dass das Projekt "Zugang für alle!" in Worms durch die AG für Kind und Familie,
BASF SE und der EWR Aktiengesellschaft finanziell unterstützt wird.